Bundesverdienstkreuz

Eine hohe und sehr verdiente Auszeichnung

Es ist eine Art Krönung für ein vor allem auch ehrenamtliches Lebenswerk, das seinesgleichen suchen dürfte: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Horst Woick das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Den Orden überreichte Landrat Axel Saipa in einer Feierstunde im Rathaus der Stadt Bad Harzburg.

An dieser Stelle sollen das Ereignis und die Auszeichnung gleichermaßen gewürdigt werden. Geschehen soll dies mit dem Originaltext von Holger Schlegel aus der Goslarschen Zeitung sowie mit der Laudatio des Landrats. Beschlossen wird diese Seite mit einer Bildergalerie, wir bedanken uns bei Holger Schlegel, Reinhard Vierke und Dirk Junicke für die Überlassung der Aufnahmen.

Die Laudation von Landrat Dr. Axel Saipa

Sehr geehrter Herr Horst Woick, sehr geehrte Damen und Herren, werte Gäste,

am 16. November 2025 hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Vorschlag des Niedersächsischen Ministerpräsidenten, Olaf Lies, Herrn Horst Woick das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Mir, in meiner Funktion als Landrat des Landkreises Goslar, wird heute die Ehre zuteil, Ihnen, sehr geehrter Herr Woick, diese besondere Auszeichnung im Namen des Bundespräsidenten auszuhändigen.

Termine wie der heutige, gehören zweifelsfrei zu den schönen Anlässen im Rahmen meiner Amtsgeschäfte, denn es ist mir vergönnt einen solch besonderen Lebensmoment mitgestalten zu dürfen und dabei inspirierende Persönlichkeiten kennenzulernen, die sich vielfältig um das gesellschaftliche Leben verdient gemacht haben.

Und Herr Horst Woick reiht sich nahtlos in die Reihe solch besonderer Persönlichkeiten in unserem Landkreis ein, denn er hat vor allem hier in Bad Harzburg bleibende Spuren hinterlassen und einen bis zum heutigen Tag eindrucksvollen Lebenslauf beschritten.

Dies geht schon aus der Ankündigung der Harzburger Stadtbücherei über ihre selbst niedergeschriebene Biografie hervor. Dort werden Sie – sehr geehrter Herr Woick – vorgestellt als langjähriger Bad Harzburger Kurdirektor (eine der insgesamt drei großen beruflichen Stationen in Ihrem Leben), Burgenexperte, Wanderführer und Tausendsassa.

Und ich denke gerade die letzte Beschreibung charakterisiert Sie besonders treffend, was sicherlich allen voran Ihre liebe Ehefrau Helga (geb. Giesecke), ihre drei Kinder (Ralf, Dagmar und Frank), sowie die vier Enkel- und zwei Urenkelkinder bestätigen können.

Nach meinem Dafürhalten ist es keine Übertreibung, wenn ich sage, dass Sie, Herr Woick, reich vom Leben beschenkt wurden.

Vor allem zu erkennen an Ihrer wunderbaren Großfamilie, die Sie in ihren Ausführungen ebenfalls sinngemäß als ein großes Glück bezeichnen. Ich darf zitieren: „Mein privates Leben hat mir in Bad Harzburg und dem Harz eine feste und schöne Heimat, eingebettet in einer harmonischen Großfamilie, gegeben.“

Aber Sie haben eben nicht nur genommen, sondern Sie haben auch in besonderem Maße zurückgegeben.

Ein Anspruch, den Sie selber wie folgt formulierten: „Ich habe allzeit versucht, dies in allen Belangen, beruflich oder ehrenamtlich, der Öffentlichkeit zurückzugeben.“

Und ich darf anmerken, das ist Ihnen auch gelungen.

Denn Zeit Ihres Lebens waren Sie nicht nur beruflich engagiert, sondern Sie haben sich auch neben und vor allem nach dem Berufsleben mit großem Engagement für die Gemeinschaft eingesetzt.

Ich darf vorausschicken, dass sich meine Ausführungen in aller erster Linie auf Ihr ehrenamtliches Wirken beziehen werden, denn für dieses langjährige Engagement werden Sie heute ausgezeichnet.

Selbstverständlich würde auch Ihr beruflicher Werdegang – angefangen mit der Ausbildung zum Bergmann – jede Menge Stoff bieten, doch das vielleicht einmal an anderer Stelle.

Es ist bekannt, dass Sie eine große Leidenschaft nicht nur für den Burgberg, sondern auch für dessen Geschichte mit der Großen Harzburg haben.

Seit 1994 sind Sie Mitglied des Fördervereins Historischer Burgberg Bad Harzburg e.V., von 1999 bis 2010 bekleideten Sie das Amt des ehrenamtlichen Geschäftsführers, durch Ihre Tätigkeit sind die drei Burgberge von Bad Harzburg wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt worden.

Ihnen ist es unter anderem zu verdanken, dass der Besinnungsweg um den Sachsenberg sowie der Drei-Burgen-Weg geschaffen und weitere Themenwanderwege für die zahlreichen Gäste Bad Harzburgs gestaltet werden konnten.

Darüber hinaus ist die Restaurierung der Harz-Sagen-Halle, der historische Rundweg auf dem Burgberg sowie die Aufstellung der Krodo-Staue auf die Initiativen von Ihnen zurückzuführen.

Nach dem Amt des Geschäftsführers übernahm der heute Auszuzeichnende den Vorsitz des Vereins. Diesen hatte er von 2010 bis 2016 inne. Nach seinem Ausscheiden wurde Herr Woick  zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

In dieser Rolle haben Sie sich, sehr geehrter Herr Woick, für die Wiederaufstellung von historischen Steinwangenbänken auf dem Besinnungsweg und um den Burgberg, die Sanierung der Canossa-Säule inklusive Beleuchtung und die Anlage von neuen Wegen auf dem Burgberg eingesetzt.

Neben der Heimatpflege – auf die ich im weiteren Verlauf wieder zurückkommen werden – hat auch der Sport in Ihrem Leben immer eine gewichtige Rolle gespielt.

Bereits 1972 traten Sie dem Männer-Turn-Klub von 1886 Bad Harzburg e.V. bei. Von 1972 bis 1991 waren Sie stellvertretender Vorsitzender und von 1984 bis 1987 sogar drei Jahre lang Vorsitzender des Vereins. Seit 2019 ist Herr Woick Ehrenmitglied.

Ganz eng mit Ihrem Namen ist hier der „Volkswandertag die Harzüberquerung“ verknüpft. Ein Event, das weit über die Grenzen Bad Harzburgs hinaus Strahlkraft entwickelte und von 1975 bis 1991 jährlich bis zu 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anlockte. Weitere Großveranstaltungen, die Ihre Handschrift tragen sind die 100-Jahrfeier des Männer-Turn-Vereins im Jahr 1986 sowie die Ausrichtung der Deutschen Crossmeisterschaften 1987.

Und als wenn das alles noch nicht genug wäre, hat es Herr Woick -Sie meine sehr verehrten Damen und Herren werden es bereits ahnen – dabei natürlich nicht belassen, sondern noch weitere Betätigungsfelder gesucht, gefunden, ausgeübt und geprägt. Seit 1995 waren Sie, lieber Herr Woick, durch die Teilnahme an der Nationalpark-Waldführerfortbildung eng mit dem niedersächsischen Nationalpark Harz verbunden.

Als ehemaliger Kurdirektor in Bad Harzburg – eine Position, die Sie von 1983 bis 1993 innehatten und in dieser Zeit zur maßgeblichen Prägung Bad Harzburgs beitrugen – haben Sie den Nationalpark als Fürsprecher auf regionaler Ebene bereits in der Planungsphase tatkräftig unterstützt. In den Jahren haben Sie viele Führungen mit Erwachsenen und Kindern im Auftrag des Nationalparks durchgeführt und Ihr umfassendes Wissen zum Nationalpark und zu ökologischen Zusammenhängen weitergegeben.

Ferner hat sich Herr Woick für den Ausbau der Wander-Infrastruktur eingesetzt. Der Teufelsstieg von Bad Harzburg durch den Nationalpark auf den Brocken geht zurück auf die Idee von Ihnen. Und auch als Wander- und Waldführer haben Sie sich einen Namen gemacht. Von 1995 bis 2008 war Herr Woick ehrenamtlich in diesem Bereich tätig und hat nicht nur im Harz unzählbar viele Kilometer zurückgelegt.

Außerhalb Ihrer Heimat haben es Ihnen vor allem die Ardennen angetan. Auch dort organisierten Sie geführte Wanderungen, wenn ich recht informiert bin.

Sie werden es bereits vermuten, auch hiermit ist der Reigen an Tätigkeiten noch immer nicht abgeschlossen.

Denn von 2002 bis 2022 – also wirklich bis ins hohe Alter – waren Sie als Landschaftswart des Landkreises Goslar für den Bereich Bad Harzburg tätig. Als Bindeglied zwischen den Schutzgebieten, der Bevölkerung und der jeweils zuständigen Naturschutzbehörde werden Landschaftswarte auf ehrenamtlicher Basis ernannt. Mit ihrer naturkundlichen Expertise überwachsen die Landschaftswarte geschützte Teile von Natur und Landschaft und tragen so auch für den Artenschutz Sorge. Und dies war auch eine Aufgabe die Herr Horst Woick mit großem Engagement und ebenso großer Expertise ausgefüllt hat.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

die Auszeichnung, die wir heute verleihen, ist alles andere als selbstverständlich. Das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ist die höchste Anerkennung, die unser Land für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.

Sie fällt nicht vom Himmel. Sie wird nicht nach bloßer Zugehörigkeit oder Routine vergeben – sie wird verliehen an Persönlichkeiten, die mit ihrem außergewöhnlichen Einsatz, mit Tatkraft und Herz, unser Land bereichern und stärken.

Was den heutigen Tag so besonders macht, ist die Tatsache, dass wir mit Herrn Woick eine Persönlichkeit ehren, deren Wirken weit über das Alltägliche hinausgeht. Die diese Gesellschaft mitgestaltet, Brücken gebaut, Menschen zusammengeführt und ein leuchtendes Beispiel für Engagement und Verantwortung gesetzt hat.

Dabei ist das Ehrenamt, ist bürgerschaftliches Engagement, nicht nur ein Akt der Hilfsbereitschaft. Es ist die tragende Säule unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts, ein Netz, das unser Land stützt und hält. Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland freiwillig, Tag für Tag. Sie alle leisten einen unschätzbaren Beitrag zu einer lebendigen, solidarischen und offenen Gesellschaft.

Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier hat es einmal treffend formuliert: „Jeder Einzelne, der sich ehrenamtlich engagiert, ist für mich so eine Art Fixpunkt, einer von ganz vielen Pfeilern, die unsere Gesellschaft tragen. Würde man von Pfeiler zu Pfeiler, von Ehrenamtler zu Ehrenamtler ein Seil spannen, dann würde genau das sichtbar: Ein dicht gewebtes, stabiles Netz, das unser Land stützt und hält.“

Wer heute mit dem Verdienstkreuz geehrt wird, reiht sich ein in diese Reihe starker Pfeiler. Sie, lieber Herr Woick sind ein Vorbild für uns alle. Ihr Engagement macht den Unterschied – zwischen Nebeneinander und Miteinander, zwischen Gleichgültigkeit und Verantwortung.

Im Namen der Bundesrepublik danke ich Ihnen von Herzen für Ihren Einsatz. Mit der Verleihung des Verdienstkreuzes bringen wir unsere große Anerkennung und unseren Respekt zum Ausdruck: Für Ihren besonderen Beitrag, für Ihre Menschlichkeit und für Ihr beispielhaftes Wirken in unserem Land.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser hohen Auszeichnung!

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